Nord Korea

Erlebnisbericht - Nord Korea

Liebe Mitglieder der Sparte SKI,
jedes Jahr unternehmen wir eine globale Mitarbeiterreise.
Dieses Jahr waren wirin Nordkorea.
Hier ist ein Kurzbericht hierzu:


Touristischer Besuch einer Gruppe von
Frankfurter Bankern in Nordkorea

Großes Glück hatte eine 16 köpfige deutsche Besuchergruppe ( zum Großteil Banker aus Frankfurt)  unter Führung von Dr. Wolfgang Tischler - Vizepräsident der Liberal International - Deutsche Gruppe - auf Ihrer Reise nach Nordkorea:

Der Hinflug gelang gerade an einem Tag, an welchem die Lufthansa Stewardessen ihren Streik aussetzten und der Rückflug am letzten Wochenende fand gerade statt bevor ein riesiger Taifun die koreanische Halbinsel jetzt heimsucht.

Die Anreise erfolgte über Peking. Beim Einchecken für den Weiterflug nach Pyongyang stellte man mit großer Überraschung fest, wie groß der Andrang der Besucher nach Nordkorea war. Da waren zB:
- sehr viele Chinesen, welche wohl auch aus nostalgischen Gründen nach Nordkorea reisten - denn dort erinnert sie vieles an ihre Kindheit in China  vor 20 Jahren. Große breite Autobahnen und wenig Autos, nicht sehr beleuchtete Straßen außerhalb des Stadtzentrums und sehr viele Fußgänger und Fahrradfahrer.

- es war dabei ein internationaler Aviationclub von Flugzeugenthusiasten,
welche wohl nur in diesem Land noch die alten sowjetischen  Flugzeugtypen
im Flugbetrieb sehen und ausgiebig fotografieren konnten.

- eine Gruppe von jüngeren Kanadierinnen, welche für 1 Jahr an die Schulen des Landes gehen um dort Englischunterricht zu geben.

- und einfach viele  touristische Besuchsgruppen wie zB  aus Frankreich,
Schweden, Australien und auch aus Deutschland.

Eine große Anzahl der Besucher reiste einzig zu dem Zweck an um die im  größten Stadion der Welt (Platz für 150.000 Besucher) jährlich stattfindende große Gymnastikshow - das Arirang - zu besuchen. Diese  weltweit einmalige farbige Monumentalshow mit über 100.000 Beteiligten (!)  zeigt in anderthalb Stunden die Geschichte Koreas. Auch unsere Gruppe  besuchte gleich am ersten Abend diese eindrucksvolle Veranstaltung und wir waren ebenfalls ausnahmslos hoch begeistert.

Unter Führung unserer Reiseleiterin Kim - in ihrem chicken hellfarbenen Kostüm erinnerte  sie eher an  eine Französin als an eine Nordkoreanerin - und ihrem  jugendlichen Helfer besuchten wir an jedem der folgenden Tage nach einem festgelegten, nicht änderbaren Programm die verschiedensten Prachtbauten, die UBahn, Stauwerke, Artistikshows, Obstplantagen, eine Zuchtanlage für Sumpfschildkröten. Wir besuchten die internationale Büchermesse, welche gerade zur Zeit in Pyongyang stattfindet.
Einen sehr großen Eindruck machte der Besuch einer  Schule und der dort dargebotenen Leistungen der Kinder (Klavierspielen, Tanzen, Schreibübungen usw.)  Eine pensionierte Rektorin aus dem Frankfurter Nordend konnte ihre Begeisterung über das dargebotene Engagement der Kinder, deren Leistung und Disziplin kaum verbergen.

Der Besuch der koreanisch-koreanischen Grenze am 58. Breitengrad
war eines der Highlights der Reise. Wir konnten sowohl die Baracken in welchen das seinerzeitige Friedensabkommen unterzeichnet wurde -  wie auch direkt an den Grenzstreifen gehen.
Einblick in das frühere koreanische Leben zeigte uns die Übernachtung in einem alten traditionellen Hotel - in welchem man auf Fußmatten direkt auf dem Fußboden schlief. Was nicht allen TeilnehmerInnen große Freude bereitete.

Den älteren unter unserer Gruppe war der Name des US Spionageschiffes "Pueblo", welches von den Nordkoreanern in den 50ziger Jahren aufgegriffen wurde und seinerzeit eine große Krise  auslöste noch in Erinnerung. Dass es dieses Schiff noch gab - es lag mitten in Pyongyang am Flußufer festgemacht - und es auch besichtigt werden konnte überraschte sehr  - insbesondere die nach so vielen Jahren !  damit einhergehende Propaganda.
Natürlich besuchten wir auch das Geburtshaus des Staatspräsidenten Kim sowie den Prunkbau in welchem die Geschenke von Koreanern aus aller Welt an den Präsidenten Kim ausgestellt  werden.

Unser Besuch fiel auch auf den Nationalfeiertag Nordkoreas. Wir konnten beobachten wie Besuchergruppen aus dem ganzen Land ihren Führer große Ehre erwiesen und Blumensträuße an den beiden großen Statuen der koreanischen Staatsführer niederlegten.

Einzige Ausnahme von unserem vorgegebenen Pflichtprogramm war der Besuch der Deutschen Botschaft in Pyongyang, welchen wir schon im Vorfeld selbst organisiert hatten. Es war uns auch verboten alleine in der Stadt herumzuspazieren. Unser 50 stöckiges  Hotel befand sich auf einer Insel mitten im Fluß. Man hatte zwar einen schönen Ausblick vom Drehdachrestaurant auf die imposante Skyline von Pyongyang - war aber unter den Ausländern alleine.

Das Militär ist  omnipräsent -  aber fast ausnahmslos im Arbeitseinsatz beim Bau von Projekten aller Art  eingesetzt. Anzeichen einer Hungersnot, wie in westlichen Medien berichtet wurde, konnten wir nicht feststellen.

Die einzelnen Bewohner suchen keinerlei Kontakt zu den fremden Touristen - wobei es offen ist, ob sie das nicht dürfen oder nicht wollen.
Tatsache ist, dass sich die Leute aufregen und beschweren, wenn Fotos von nicht optimalen Lebensbedingungen gemacht werden. So fotografierte ein Teilnehmer unserer Gruppe zwei Männer, welche am Boden einen platten Fahrradreifen flickten.
Die beiden Männer beschwerten sich darauf aufs heftigste bei unserer Reiseleiterin, welche die Fotos dann auf dem Apparat wieder löschte.
Uns wurde mitgeteilt, dass Nordkorea weltweit eine sehr schlechte Presse habe und man es deshalb verhindern will, dass schlechte Fotos gemacht und dann später verteilt werden.
Dies ist wohl auch der Grund, weshalb bei der Einreise an der Grenze alle Handys und Blackberrys dort deponiert werden müßen. Bei der Ausreise werden sie dann wieder ausgehändigt. Nach einiger Zeit des Entzuges gewöhnte man sich doch schließlich an die strahlenfreie Ruhe.
Bestätigt wurde uns durch eine europäische Bewohnerin von Pyongyang, dass Nordkorea praktisch keinerlei Kriminalität kenne. Als Frau könne man unbesorgt nachts in der Dunkelheit alleine durch die Straßen gehen.
Man fühle sich immer sicher.
Auf der Rückreise in Peking war dies allerdings anders - dort verschwanden meine Sonnenbrille und mein  Handy !


Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang Tischler
Vizepräsident der Liberal International - Deutsche Gruppe

beischauen.

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